„Witta Pohls 70igster Geburtstag“ oder „Ein Meer aus Blumen“

 

Wie einige von euch sicherlich wissen, hatte ich das große Vergnügen anlässlich Witta Pohls 70igsten Geburtstag einige Tage nach Hamburg zu reisen. Wobei „großes Vergnügen“ nicht die richtigen Worte sind, um dieses Erlebnis zu beschreiben. Schon im Vorfeld, als Witta mich bat ihren Geburtstag mit ihr zu feiern, war ich überwältigt und stolz zugleich.

Ich war mir sicher, dass eine Persönlichkeit wie Witta an ihrem Ehrentag mit Glückwünschen und Geschenken überhäuft werden würde, aber mit dem was dann tatsächlich geschah, konnte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht ausmalen. Bereits morgens um 6:45 Uhr klingelte zum ersten Mal das Telefon – und anschießend stand das Selbe keine 5 Minuten still. Freunde und Bekannte aus ganz Europa (!!) wollten der Jubilarin gratulieren. Parallel dazu, gaben sich Gratulanten, Post- und Blumenboten an der Eingangstür die Klinke in die Hand. Gegen 10.00 Uhr gingen uns dann die Blumenvasen aus. Die Küche verwandelte sich bereits zu diesem Zeitpunkt in ein riesiges Blumenmeer, in wundervollen und strahlenden Farben. Nachdem wir das ganze Haus nach weiteren Blumenvasen und sonstigen Gefäßen, die wir als Vasen zweckentfremden konnten, abgesucht hatten, ging es den ganzen Tag über so weiter und weiter. Das „Geburtstagskind“ war sehr gerührt und konnte die vielen Aufmerksamkeiten und die Masse der Gratulanten kaum fassen. Gegen Abend trudelten dann Wittas Enkelin Hannah und ihre Mutter Anja ein. Beide sind überaus sympathisch und so ließen wir den Abend bei einem guten Glas Rotwein auf der Terrasse ausklingen. Wobei sich das „wir“ auf die Gäste und mich bezieht. Witta selbst nahm bis 22.45 Uhr Anrufe entgegen und konnte daher nur sporadisch bei uns sein. Das Blumenmeer mutierte bis dahin in einen regelrechten Blumenozean. Ich hatte noch niemals zuvor so viele Sträuße auf einmal gesehen. Ein großer Teil des Wohnzimmers und der Küche waren mittlerweile mit den bunten Geburtstagsgrüßen bedeckt. Unser Vasenproblem wurde dadurch auch nicht unbedingt geringer.

Der nächste Tag (Freitag, 03.11.2007) stand dann ganz im Zeichen der Geburtstagsgala, welche der NDR im Rahmen der „Aktuellen Schaubude“ live ausstrahlen würde. Hannah wurde bereits gegen Mittag in das Studio Hamburg – Atelier 5 gefahren, wo sie den Tag den Machern der Sendung über die Schulter schauen durfte. Von Hannahs aktiver Teilnahme an der Sendung hatten wir Witta natürlich nichts verraten. Sie war völlig ahnungslos. Wir anderen verbrachten den Tag mit interessanten und lustigen Gesprächen sowie der Annahme von Blumen, Paketen und Anrufen. Gegen 18.00 Uhr brachen wir dann Richtung „Studio Hamburg“ auf. Witta und ihre beiden Hunde Bolle und Polly sollten uns kurz darauf folgen. Eine nette Redakteurin nahm uns im Empfang und führte uns in den V.I.P. Gästeraum. Mein erster Blick fiel dort auf Heinz Gerhard Lück! Er hatte in „Diese Drombuschs“ den charismatischen Herbert Reibold gespielt.

In weiser Voraussicht, hatte ich meine Drombuschs-DVD Box eingepackt. Nachdem sich die liebe Anja für mich freundlicherweise als Fotografin zur Verfügung stellte, setzte ich mich zu Herrn Lück und meine Privatfotografin nutzte die Gelegenheit für einige Aufnahmen. Er signierte mir sehr gerne meine DVD Box – welche mittlerweile die Unterschriften von Witta Pohl, Robert Stromberger, Michael Werlin (Regisseur Staffel 3 & 4), Thomas Ahrens, Marion Kracht, Christian von Richthofen, Janina Hartwig und Michael Degen aufweist. Wir unterhielten uns noch einige Zeit und nach einem Erinnerungsfoto ging ich schließlich wieder an unseren Tisch zu meinem Rotweinglas zurück. In diesem Moment betraten die fantastischen Schauspieler Gerhard Olschewski (u. a. bekannt als Kräuterdoktor Hinnerksen aus der ZDF Kult-Serie „Der Landarzt“) und Ulrich Pleitgen (Witta hatte mit ihm in „Alle Kinder brauchen Liebe“ gespielt) den Raum. Natürlich ließ ich mir auch diese Gelegenheit nicht entgehen, plauderte ein wenig mit den Beiden und freute mich über die anschließenden Erinnerungsfotos.

Während des Gespräches sah ich einen jungen Mann an der Bar stehen, in dem ich sofort Eike Hagen Schweikhardt alias Thomi Drombusch erkannte. Meine Freude war riesig! Gewappnet mit meiner DVD Box, meiner Kamera und Anja als Fotografin im Schlepptau, ging ich auf ihn zu. Anja (tolle Frau), die mir den ganzen Abend über die „Kontakte knüpfte“ war ganz begeistert von Eike. Das hatte zur Folge, dass ich bestimmt 10 Mal mit Eike fotografiert wurde und wir den ganzen Abend über einen Running-Gag hatten, indem wir fleißig die gemeinsamen Fotos zählten. Eike sieht noch genauso aus, wie wir ihn alle aus der letzten Drombuschs Staffel aus dem Jahre 1994 kennen und die vergangenen 13 Jahre schienen fast spurlos an ihm vorüber gegangen zu sein.

Neben ihm stand eine hübsche Frau die ich mit den Worten „Oh, Frau Schäfer, Sie sind ja auch da!“ begrüßte. Susanne Schäfer, alias Marion Drombusch (Staffel 6) lächelte mich an. Kurz darauf war meine DVD Box um 2 Unterschriften reicher und die LED Anzeige meiner Digitalkamera vermeldete einige weitere Erinnerungs-Fotos. Es folgte ein sehr interessantes Gespräch mit den beiden Schauspielern. Eike Schweikhardt erzählte von seiner Zeit bei den Drombuschs und seiner Arbeit als Kameramann für die ZDF Serie „Wege zum Glück“. Mit Susanne Schäfer unterhielt ich mich unter anderem über die RTL Serie "Hinter Gittern" in welcher sie in der letzten Staffel die Direktorin Juliane Sürth gespielt hatte. Mit trockenem Humor sagte sie „Alle Serien in die ich einsteige, werden kurz darauf abgesetzt!“. Es war ein sehr interessantes und unterhaltsames Gespräch und beide Mimen waren unheimlich offen, nett und sympathisch.

 

Während des Gespräches erschien eine aufgeregte Redakteurin, die mir ausrichtete, dass mich Witta bitten würde, zu ihr in die Maske zu kommen, um ihr ein bisschen Gesellschaft zu leisten und mich kurz um die beiden Hunde zu kümmern. Die zwei Tiere akzeptieren nur wenige an Wittas Seite, aber sie hatten mich in den vergangenen Tagen regelrecht in ihr kleines Hundeherz geschlossen. Ich machte mich also auf dem Weg um den Wunsch unseres Geburtstagskindes zu erfüllen. Nach einigen Umwegen, zahlreichen Fragen nach dem richtigen Weg und einem unfreiwilligen Besuch im Studio von Reinhold Beckmann konnte ich dann Wittas Wünsche erfüllen.

Zurück im VIP Raum sah ich Hans-Peter Korff - unser aller Sigi Drombusch. Ich hatte im Vorfeld schon einiges über ihn gehört und gelesen, daher war ich sehr neugierig, wie er auf meine Foto- und Autogrammbitte reagieren würde. Nach 3 Fotos (Anja ging auf Nummer sicher), einem Kompliment für seine Schauspielkunst und einem Autogramm auf meine DVD Hülle war ich glücklich. Hans-Peter Korff beantwortet leider keinerlei Fanpost, so dass es fast unmöglich ist ein Autogramm von ihm zu bekommen. Ansonsten habe ich mich leider nicht weiter mit ihm unterhalten und ihm die Ruhe gegönnt, die er sich seinem Gesichtsausdruck zufolge gewünscht hat.

Gegen 21.10 Uhr war außer den Überraschungsgästen, die erst im Laufe der Sendung auftreten sollten, der VIP Raum plötzlich leer. Da die Sendung 21.15 Uhr live ausgestrahlt werden sollte, scheuchte ich einen weiteren Gast und mich ins Studio. In dem ganzen Trubel hatte man uns nicht gefunden und leider waren die reservierten Plätze inzwischen von "Platzhaltern" besetzt. Nach einer kurzen und knackigen Erklärung wurden uns zwei Stühle bereitgestellt (genau hinter Witta) und zwei Minuten später ging die Livesendung los. Wer sich die Show ansieht, der sollte mal auf das Publikum achten. Der Junge Mann, der ständig an seinem Sakko und seinem Hemd nestelt - der bin ich.

Zur Sendung selbst möchte ich nicht all zuviel sagen, ich gehe davon aus, dass viele von euch sie gesehen haben. Die Show hat mir sehr gut gefallen. Die Gästeauswahl fand ich sehr gut und besonders hat mich Witta beeindruckt, die nach einem Mammut–Geburtstagsprogamm überaus professionell und mit einer natürlichen Herzlichkeit auftrat. Besonders emotional empfand ich den Moment, als Wittas kleiner Freund Olek in die Sendung kam. Witta hatte dem heute 14jährigen vor einigen Jahren das Leben gerettet und ich muss gestehen, dass ich mir einige Tränen aus den Augenwinkeln wischen musste.

Als großer Drombuschs-Fan hat mir natürlich ganz besonders der Schluss der Sendung gefallen, der Witta und ihre Kollegen Hans-Peter Korff, Eike Hagen Schweikhardt, Susanne Schäfer und Heinz Gerhard Lück vereinte. Wobei ich selbst nach dem 4. Ansehen der Show bis heute nicht verstehe, was Hans-Peter Korff mit seiner Rede eigentlich sagen wollte. Ich kann nur ergänzend dazu sagen, dass er wohl noch mehr auf seinen Notizzetteln vermerkt hatte und erzählen wollte, das energische Abwinken der Aufnahmeleiterin ihn aber am weiteren vorlesen gehindert hat. Schwer beeindruckt hat mich die Tatsache, dass wir uns in dem Studio aufhielten, in dem 1983 – 1994 die Innenaufnahmen der „Drombuschs“ produziert wurden. In dem Moment in dem Hans-Peter Korff dies erwähnte, schaute ich mich tief beeindruckt im Studio um. Natürlich ist von den damaligen Filmsets nichts übrig geblieben, aber es war doch ein schönes Gefühl, in diesen „heiligen Hallen“ zu sein.

Zum Schluss überreichte die hübsche Enkelin Hannah, Witta noch einen Blumenstrauß und schon waren die 45 Minuten vorüber. Es war eine kurzweilige und schöne Sendung und ich hätte mich gefreut, wenn man Witta statt 45 Minuten, 90 Minuten Sendezeit geschenkt hätte. Drombuschs-Regisseur Michael Werlin, der leider nicht an der Show teilnehmen konnte, hatte mich gebeten, einige Fotos zu schießen - eine Bitte die ich ihm nur zu gern erfüllte. Kaum waren die Kameras ausgeschaltet stand ich auf der Bühne und habe fleißig fotografiert. Anschließend ging ich mit meiner „Chef-Fotografin“ Anja wieder auf "Promijagd" und wir machten nette Bekanntschaften (und Fotos) mit vielen weiteren Gästen, u. a. Johannes Kalpers, Beate Jensen, Dieter Kürten und Franziska Troegner.

 

Anschießend ging es zur After Show Party und wir konnten uns alle mit einem leckeren Buffet und den dazu passenden Getränken stärken. Nach einigen Minuten, kam erneut die aufgeregte Redakteurin und bat mich, dringend zu Witta in die Maske zu kommen. Also machte ich mich wieder auf den Weg. In der Gardarobe empfing mich eine sichtlich gerührte Witta, die sich erst einmal einige Momente der Ruhe gönnte, um die ganzen Erlebnisse und Eindrücke zu verarbeiten. Wir aßen zusammen eine Kleinigkeit und anschließend ging Witta auf ihre Party um sich ihren Gästen zu widmen. Ich selbst widmete mich kurz Polly und Bolle und nahm die beiden Hunde nach einer kleinen Runde an der frischen Luft (kleines Zitat: „Schön Pischi-Pischi machen“) ebenfalls mit auf die Feier. Ein netter Mitarbeiter des NDR stand dort bereit und kümmerte sich um die Tiere. Ich selbst gesellte mich zu Susanne Schäfer und es spielte sich folgender kleiner Dialog ab:

Marco: Hallo Frau Schäfer, darf ich mich zu Ihnen gesellen?

Susanne Schäfer: Aber sehr gerne doch!

Marco: Ich verspreche Ihnen auch, keine doofen Fanfragen zu stellen.

Susanne Schäfer (lächelnd): Ach Schade. Fragen Sie doch.

Wir lachten beide herzlich und ich stellte ihr dann tatsächlich einige Fragen, die mein kleines Fanherz so bewegten. Ich muss sagen, Susanne Schäfer ist ein super netter, herzlicher und lustiger Mensch. Sie erzählte mir offen und unverblümt von ihrer Zeit, ihren Erfahrungen und Erlebnissen bei den "Drombuschs". Ich muss sagen, dass das Ausscheiden von Sabine Kaack als Marion Drombusch immer furchtbar fand – meine Achtung vor der Aufgabe die Susanne Schäfer damit übernommen hatte, war aber stets vorhanden. Nach ihren Erzählungen sind mein Respekt und meine Hochachtung für diese starke Frau noch größer. Währenddessen gesellte sich noch Eike Hagen Schweikhardt zu uns und der nicht minder witzig und offen interessante Geschichten und Anekdoten zum Besten gab. Nach einiger Zeit kam dann schließlich Witta zu uns und ich bat alle drei um ein Drombuschs-Familien-Erinnerungsfoto. Ein Wunsch, den mir die 3 nur zu gern erfüllten. Lange nach Mitternacht näherte sich die Party dann ihrem Ende und ich fuhr müde aber dafür nicht minder glücklich zurück zu Wittas Haus.

Es war ein wundervoller Abend, voller unvergesslicher Bekanntschaften, Erlebnisse und Ereignisse.

Zum Schluss möchte ich mich bei meiner großartigen Fotografin Anja bedanken. Durch ihre kesse und witzige Art konnten wir viele nette Leute kennen lernen. Die schönen Fotos werden mich immer an diesen Abend erinnern! Danke Anja, du bist klasse!

Und natürlich möchte ich mich auch bei Witta bedanken: Als ich noch ein kleiner Junge war und Witta zum ersten Mal als Vera Drombusch im Fernsehen sah, war ich gleich von ihr und der Serie begeistert. Keine Schauspielerin und keine Serie haben mich jemals wieder so begeistert, bewegt, nachdenklich und fröhlich gemacht. Die Begeisterung, der Respekt und die Hochachtung sind nach wie vor ungebrochen.

Die schönste Tatsache ist für mich, dass mich Witta als einen sehr guten Freund betrachtet. Ich hätte mir als kleiner pubertierender Teenager niemals vorstellen können, dass ich meiner Lieblingsschauspielerin einmal so nahe sein würde, wie es heute der Fall ist.

Danke Witta! Danke, dass ich deinen Geburtstag mit dir feiern durfte, danke für deine Freundschaft, deine Ehrlichkeit und deine Offenheit. Du bist ganz tief in meinem Herzen!

Offenburg, 06.11.2007

Marco Huber