Folge 29 „Der Makel“

 

Inhalt:

Aufgrund der unsicheren Geschäftslage und der geringen Umsätze plant Vera, das Antiquitätengeschäft wieder in die Stadt zu verlegen, da viele Kunden die weite Fahrt aufs Land scheuen. Tinas Vater, Herbert Reibold, zeigt Interesse an einer finanziellen Beteiligung. Oma Drombusch hat die Zimmer, die früher Marion und Daniel bewohnten, an den Heilpraktiker Heckenroth vermietet. Seine Ansprüche erfordern die Umgestaltung der kompletten Wohnung. Ludwig renoviert mit viel Elan das Zimmer für Marga Diebelshauser, die demnächst ihre Arbeitsstelle antreten wird. Ludwigs Hoffung auf eine gemeinsame Zukunft wird allerdings zerstört, als Frau Diebelshauser zugibt, dass sie schwanger ist. Aber es kommt noch schlimmer: Die resolute Frau zieht alle Register einer Schwangeren und pocht auf besondere Rücksichtnahme und Mutterschutz. Chris und Tina nehmen Richy für einige Tage bei sich auf, da seine Eltern für eine Woche in die USA reisen. Beide genießen die Zeit in vollen Zügen und umsorgen Richy mit viel Liebe. Tina hat aufgrund ihres wiederholten Fernbleibens vom Arbeitsplatz (bedingt durch die zahlreichen, erfolglosen Versuche der künstlichen Befruchtung) die Kündigung ihrer Journalistenstelle beim Darmstädter Echo erhalten. Chris sucht ohne ihr Wissen den Chefredakteur auf und erklärt ihm in einem langen Gespräch die Gründe für Tinas häufiges Fehlen. Tinas Chef, Herr Grussik, zeigt Verständnis und ist bereit, die Kündigung zu überdenken. Marions Rechtsstreit wegen dem „Wasserbeutelanschlages“ auf Frau Braatsch zieht sich in die Länge. Als sie Maximilian Lechner wegen einer Beratung aufsucht, belauscht sie ein Gespräch mit seiner Mutter und erfahrt, dass er nicht nur sie, sondern auch die Gegenseite vertritt. Als Chris, Tina und Richy das Ehepaar Streightner vom Flughafen abholen wollen, fehlt von den beiden jede Spur. Chris erwartet ein Großeinsatz bei einem Fußballspiel. Schwere Krawalle und Ausschreitungen werden befürchtet, und mit Verstärkung ist aufgrund personeller Engpässe nicht zu rechnen. Während des Fußballspieles beobachtet Chris, wie Karlheinz Boxheimer aus einem der Kassenhäuschen des Stadions flieht. Er findet einen bewusstlosen Kassierer und eine geplünderte Kasse. Chris nimmt sofort die Verfolgung auf. Wenig später erhält Vera Besuch von zwei uniformierten Polizisten, die ihr eine schlimme Nachricht überbringen: Chris wurde beim Einsatz schwer verletzt und mit schwersten Kopfverletzungen in die Uniklinik geflogen…

 

Darsteller:

Vera Drombusch (Witta Pohl)
Marion Drombusch (Sabine Kaack)
Christoph „Chris“ Drombusch (Mick Werup)
Thomas „Thomi“ Drombusch (Eike Hagen Schweikhardt)
Margarete Drombusch (Grete Wurm)
Bettina „Tina“ Drombusch (Marion Kracht)
Daniel Drombusch (Jan Harndorf)
Ludwig Burlitz (Günter Strack)
Yvonne „Yvonnche“ Boxheimer (Anja Jaenicke)
Richy Streightner (Jacques Hipplewith)
Marga Diebelshauser (Simone Rethel)
Herbert Reibold (Heinz Gerhard Lück)
Claudia Reibold (Christiane Pauli)
Dr. Maximilian Lechner (Sigmar Solbach)
Frau Braatsch (Margret Homeyer)
Karlheinz Boxheimer (Thomas Ahrens)
Frau Werbelhoff (Jane Tilden)
Dr. Schüler (Theo Meier-Körner)
Herr Heckenroth (Hans Clarin)
Herr Grussik (Karl-Ulrich Mewes)
Dr. Streightner (Milton Irons)
Jane Streightner (Sinaida Stanley)
Bruno „Woody“ Dickert (Mathias Hermann)
Wilfried Lebrecht(Pascal Breuer)
Rocker (Maximilian Wigger)
Kwadwo (John Yamoah)
Kommissar Zilch (Heinz Werner Kraehkamp)
Kommissar Bogler (Folkert Milster)
Achim (Peter Naumann)
Wirt der Katakomben (Gerhard Haase-Hindenberg)
Möbelpacker (Erdogan Ataly)
Polizeibeamter Schurasky (Stefan Fredrich)

 

Erstsendung Sonntag 05.01.1992 19:30 Uhr Dauer 01:28 Uhr 14,58 Mio Zuschauer

Zitate:


Dr. Schüler: Frau Drombusch, was machen Sie mit mir?
Oma: Das (Torte) essen Die doch gern.
Dr. Schüler: Aber eigentlich ist mir das ja verboten.
Oma: Sagt Frau Werbelhoff. Diät für einen gesunden Mann, wo gibt’s denn das?
Dr. Schüler: Wenn ich so etwas sehe, dann fühle ich mich immer gesund. Das ist ja das Problem.
Oma: Und wer sich gesund fühlt, der ist’s auch. Basta!

Frau Werbelhoff: Wohnt Frau Drombusch nicht mehr hier?
Herr Heckenroth:
Sie ist nur innerhalb der Wohnung umgezogen.
Frau Werbelhoff:
Aha. Warum macht sie denn das?
Herr Heckenroth:
Weil die Einrichtungen von zwei verschiedenen Zimmern nicht zur gleichen Zeit am gleichen Ort sein können.

Tina: Wir finden deine Mama, dann eben morgen.
Richy:
Macht nichts, dann schlafe ich heute eben noch mal mit dir.

Thomi: Glaubst du die (Eheleute Streightner) haben ne Chance?
Vera:
Das weiß nur der liebe Gott.
Thomi:
Ich wollte eigentlich mit dir reden. Wenn du nicht weiterweißt, dann weiß das immer der liebe Gott.
Vera:
Das ist keine schlechte Adresse.
Thomi:
Gott? Das sagt mir nichts. Ich kann ihn nicht finden. Wo? Etwa in Tschernobyl?
Vera:
Was wir uns selbst einbrocken, dass können wir nicht einfach Gott in die Schuhe schieben.
Thomi:
Und die Erdbeben überall auf der Welt? Wieso lässt er das alles zu?
Vera:
Thomi! Gott hat die Naturgesetze erschaffen. Gesetzte die vom ersten bis zum letzten Tag gelten. Er kann sie nicht außer Kraft setzen, nur damit wir an ihn glauben. Gott lässt sich nicht auf ein Fingerhakeln ein.
Thomi:
Dann beweis mir, dass es ihn gibt.
Vera:
Das kann ich nicht. Das haben schon Schlauere als ich nicht gekonnt. Ich könnte dir sagen, betrachte den winzigen grünen Halm, der durch die hart gefrorene Erde kommt. Dann könntest du mir sagen, dass ist die Wärme der Pflanze die das bewirkt und du hättest Recht. Aber es bleibt doch das Staunen, die Sehnsucht im Frühling. Die Trauer im Nebel. Was uns zu Gott treibt ist unser Gefühl nicht der Verstand. Aber das kommt schon noch, sei unbesorgt.
Thomi:
So Gott will.

Ludwig: Ach, Yvonnche! Du bist 20 und ich 60. Alles verkehrt uf de Welt.

Maximilian Lechner: Wissen Sie, dass Ironie eine ganz besonders raffinierte Form der Verweigerung ist. Erst recht da Sie selbst mit einer durchaus nachahmenswerten Übung begonnen haben. (Kuss) Sollte man intensivieren.
Marion: Und warum sollte man das? Ich habe Sie geküsst, richtig, aber das war rein sachdienlich, inhaltlich habe ich nicht dahinter gestanden. Gute Nacht!
 
Dr. Schüler: ... Also jetzt müssen Sie sich entscheiden. Schief oder Loch?

Oma: Dann entscheide ich mich für schief. Schief hat Charme.
Dr. Schüler: Also gut, schief. Ist ja wirklich nicht sehr schön.
Oma Drombusch: Aber man sieht hin.

Kassierer 1: Es hilft nix. Nach 3 Stunden muss de Mensch mal müsse derfe.

Kassierer 2: Konfirmatenblässche

Herr Heckenroth zu Ludwig: Aber die Summe innerer Ungereimtheiten, die führt auch zum seelischen Kater. Von nichts kommt nichts.
 
Herr Heckenroth zu Ludwig: Net des Alleinsein ist Schuld an der Einsamkeit, es ist die Ziellosigkeit. Denn wer ein Ziel hat, der hat gar keine Zeit, einsam zu sein.

Ludwig: ... Ich werd’s beherzige und mich um die annern kümmern, vielleicht kümmern sich die annern dann auch um mich.
Herr Heckenroth: Die Logik hat was für sich.

Dr. Schüler (über Frau Werbelhoff): Sie machen sich keinen Begriff davon, wie laut diese Frau schweigen kann.
 
Richy: Ich bin kein Neger, es sieht nur so aus.

 

Besonderheiten:

Die Titelmusik beginnt in dieser Folge wieder sofort, wird unterbrochen und ist dann nach einigen Minuten komplett zu hören

Mathias Hermann alias Woody hat in dieser Folge seinen ersten Auftritt

Nachdem Ludwig in der vorherigen Folge fast ausschließlich hochdeutsch gesprochen hat, spricht er in dieser Episode wieder verstärkt hessisch

Die Adresse des Darmstädter Echos lautet: Holzhofallee 25-31, 6100 Darmstadt (dabei handelt es sich auch um die tatsächliche Anschrift, allerdings hat sich die Postleitzahl nach der Umstellung auf 5-stellige Zahlen in 64295 geändert)

An der Eingangstür der Katakomben hängt ein Plakat der Sängerin Sandra, diese hatte Ende der 80er Jahre große Erfolge, u. a. den Nr. 1 Hit „Maria Magdalena“ (in 21 Ländern Nr. 1 der Charts)

Karlheinz Boxheimer hat seine Schwester Yvonne um insgesamt 10.000 DM erleichtert

Der Frankfurter Flughafen ist in dieser Folge mal wieder zu sehen

Chris Opel hat das Kennzeichen: DA-MO-940

Tina und Chris scheinen ihre Küche umdekoriert zu haben; nachdem in einer früheren Folge ein Charly Chaplin Plakat zu sehen war, hängt nun ein Plakat mit dem Titel „Doors of Island“ (auf welchem duzende Türen zu sehen sind) hinter dem Küchentisch

Nach längerer Abstinenz ist Jane Tilden als Frau Werbelhoff wieder zu sehen

In einer Gastrolle als Wirt der Katakomben ist der Schauspieler Gerhard Haase-Hindenberg zu sehen, der Schauspieler wurde 1953 und spielte in über 50 Kino-, Theater-, Film und Fernsehproduktionen, u. a. in: „Berlin, Berlin“, „Edel & Starck“, „Praxis Bülowbogen“ und „Tatort“

Die Szenen des Fußballspieles (Darmstadt gegen Saarbrücken) sind bei einem realen Fußballspiel entstanden (was an der anderen Bildqualität zu erkennen ist)

Das Fußballspiel (Anpfiff 15.00 Uhr) und damit auch der Anschlag auf Chris finden am 23.09.1990 statt

Ludwigs Blick, nachdem er erfahren hat, dass Frau Diebelshauser schwanger ist, gehört zu den Highlights dieser Folge

Herr Heckenroth war vor seiner Karriere als Heilpraktiker Biologielehrer

In Omas Zimmer sind die Bilder von Sigi und ihrem verstorbenen Ehemann zu sehen

Die Polizisten, die Vera über Chris Zustand informieren, heißen Herr Kobler und Herr Retschmann

Chris wird zuerst in die Städtischen Kliniken eingeliefert, aufgrund seines lebensgefährlichen Zustandes aber dann in die Universitätsklinik Mainz verlegt

 

Fehler:

Es ist verwunderlich, dass Yvonnes Bank diesen Geldbetrag an Karlheinz ausbezahlt; bei Sparbüchern handelt es sich um ein so genanntes „Hinkendes Legitimationspapier“; das heißt die Person, die das Sparbuch verlegt kann ohne weitere Legitimationsprüfung 3.000 DM ausbezahlen (mittlerweile sind es 2.000 Euro); bei Geldbeträgen, die die Summe von 3.000 DM überschreiten, darf das Kreditinstitut nur an den Kontoinhaber ausbezahlen

In der Szene, in der Thomi nach dem Anschlag auf Chris Hilfe in der Kirche sucht, fehlt in der DVD Version das komplette Ende der Szene

 

Gastschauspieler:

Neu dabei ist Pascal Breuer als Wilfried; er wurde am 26.07.1966 in München geboren und spielte bisher in über 40 Film- und Fernsehproduktionen, u. a. in: „Derrick“, „Das Traumschiff“, „SOKO 5113“ und einigen Rosamunde Pilcher Verfilmungen

Seinen ersten Auftritt als Kwadwo hat John Yamoah; der Schauspieler wurde in Ghana geboren und spielte u. a. in den Serien: „Lindenstrasse“, „Liebling Kreuzberg“ und „Tatort“

Einen Kurzauftritt als Möbelpacker zu Beginn der Folge hat Erdogan Atalay; der Schauspieler wurde am 22.11.1966 in Hannover geboren und ist seit 1995 Hauptdarsteller der RTL Serie „Alarm für Cobra 11“

Neu dabei sind die Kommissare Zilch und Bogler; sie werden von Heinz Werner Kraehkamp (geboren am 26.12.1948 in Wixhausen; u. a. bekannt aus der RTL Serie „Abschnitt 40“ und der ZDF Serie „Siebenstein) und Folkert Milster (u. a. bekannt aus der SWR Serie „Die Fallers“)

Als Chris schlagkräftiger Kollegen Schurasky ist der Schauspieler und Synchronsprecher Stefan Fredrich zu sehen, er wurde am 27.04.1954 in Berlin geboren und ist die feste deutsche Synchronstimme von Hollywoodstar Jim Carrey

Peter Naumann alias Tinas Reporterkollege Achim hat in dieser Folge nur einen wenigen Sekunden dauernden Auftritt

Karl-Ulrich Mewes als Tinas Chef Herr Grussik hat in dieser Folge seinen letzten Auftritt er war somit in 3 Folgen zu sehen (Folgen: 26, 28, 29)