Folge 25 „Der falsche Weg“

Inhalt:

Ludwig ist fleißig damit beschäftigt, sein Geld gewinnbringend anzulegen. Nachdem er mit Rohstofftermingeschäften innerhalb kürzester Zeit, einen schönen Gewinn erzielt, investiert Ludwig 300.000 Mark. Wenig später erfährt Ludwig von Chris, dass die Anlagegesellschaft nicht mehr existiert und der Geschäftsführer sich mitsamt Anhang ins Ausland abgesetzt hat. Währenddessen verliert Marion ihren Prozess gegen Peter Wollinski und steht somit finanziell mit leeren Händen da. Als Vera, Martin, Ludwig und Yvonnche eines Abends ausgelassen die Nobelbar Maxim aufsuchen, sind sie entsetzt als sie dort Marion mit tiefem Dekolleté als Geschäftsführerin sehen. Ludwig erkennt in dem Betreiber der Bar jenen Finanzdirektor aus Frankfurt wieder, den er flüchtig im Büro jener Anlagefirma Börse und Kapital gesehen hat, als er dort den Großteil seines Vermögens einzahlte. Ludwig versucht verzweifelt Marion zu bewegen, ihn über Anton Huttner wieder zu seinem Geld zu verhelfen. Bei Dr. Sanders spitzen sich die Dinge ebenfalls zu. Seine Frau spielt ein doppeltes Spiel und spinnt rücksichtslos ihre Fäden. Auch Tina und Chris geraten finanziell in eine bedenkliche Lage, da Tina das Geld mit offenen Händen ausgibt. Als Vera von Ludwig erfährt, dass Marion im Zusammenhang mit den Anlagebetrügereien steht, stellt sie ihre Tochter zur Rede. Doch Marion weißt Vera die Tür….

Darsteller:

  • Vera Drombusch (Witta Pohl)

  • Marion Drombusch (Sabine Kaack)

  • Christoph „Chris“ Drombusch (Mick Werup)

  • Thomas „Thomi“ Drombusch (Eike Hagen Schweikhardt)

  • Margarete Drombusch (Grete Wurm)

  • Bettina „Tina“ Drombusch (Marion Kracht)

  • Daniel Drombusch (Jan Harndorf)

  • Ludwig Burlitz (Günter Strack)

  • Dr. Martin Sanders (Michael Degen)

  • Brigitte Sanders (Constanze Engelbrecht)

  • Astrid „Assi“ Sanders (Svenja Pages)

  • Dr. Peter Wollinski (Thomas Schücke)

  • Yvonne „Yvonnche“ Boxheimer (Anja Jaenicke)

  • Dr. Plaudt (Joost Siedhoff)

  • Herbert Reibold (Heinz-Gerhard Lück)

  • Steuerfahnder Stäckler (Heinz Schimmelpfennig)

  • Steuerfahnder Bernd Zörrgiebel (André Dietrich)

  • Albert Huttner (Wolfgang Weiser)

  • Frau Jagst (Renate Becker)

  • Nico Mitterer (Alfred Bosshart)

  • Herr Weykandt (Hans Häckermann)

  • Frau Weykandt (Birke Bruck)

  • Rechtsanwalt Kehlhausen (Utz Richter)

  • Richter beim Landgericht (Edgar Bessen)

  • Kommissar Kleinschmidt (Niklas Lanski)

  • Abteilungsleiter Bank (Jörg Klass)

  • Herr Schäfer (Klaus-Hagen Latwesen)

  • Herr Braunshardt (Rainer Luxem)

  • Frau Braunshardt (Fenja Rühl)

  • Beisitzer Landgericht (Ernst A. Frantz)

  • Polizist (Karl-Heinz Braun)

  • Zitherspieler (Alfred Kramer)

  • Älterer Gast L’Auberge (Winfried Steinhoff)

  • Ehefrau des älteren Gastes L’Auberge (Elisabeth Wielandt)

  • Reiner Mülhausen (Kunde)

  • Heike Mülhausen (Kundin)

  • Prostituierte (Carmen Molinar)

Erstsendung Dienstag 09.01.1990 20:15 Uhr Dauer 01:29 Uhr 17,90 Mio/67,5%MA

Zitate:

Tina: Im Tante Emma Laden gibt’s fabelhafte Sonderangebote.
Chris: Deine fabelhaften Sonderangebote kosten zu viel Geld.

Thomi (über Veras beschädigtes Auto): Musst du mal reparieren lassen.
Vera: Wenn ich Zeit habe.
Thomi: Zeit hast du doch.
Vera: Zeit und Geld sind manchmal dasselbe.
 
Oma (über Ludwigs neues Auto): Sag mal, jetzt muss ich wohl sie zu dir sagen?

Chris: Tina, 10.000 Mark im Soll, wie kann so ein Betrag überhaupt entstehen?
Tina: Na, das ist ja nun ganz leicht. Ehe du dich heute zweimal umsiehst, sind 500 Mark weg. Daher war ich ausgesprochen sparsam. ...
 
Chris: Rechnen wir für Bekleidung 150 Mark im Moment.
Tina: Na, das ist zu wenig, du brauchst ja auch mal was...
   
Chris: Entschuldigung, von welcher Hälfte esse ich jetzt eigentlich, von deiner oder von meiner?
 
Brigitte: Ich könnte ihn (Martin) heute noch lieben, wenn ich ihn nicht hassen würde.
 
Oma: Entschuldigen Sie bitte, wenn ich mich da einmische, aber unsere Bedienung würde ihnen sicher gerne antworten, wenn sie sprechen könnte.
Gast: Ja, und warum haben sie so jemand im Service?
Oma: Weil die Unbequemlichkeit, noch mal in der Karte nachzusehen doch weniger groß ist als die Zumutung, ein Mädchen in die Wäscherei zu stecken nur weil sie sprachlich behindert ist.
 
Vera (über Marions Arbeit in der Bar):  Für die falschen Männer ist sie alt genug.… Es ist die Richtung die nicht stimmt, und das macht mir Sorgen.
 
Marion: Ich habe erfahren, wie schnell man sein Geld verlieren kann und da möchte ich wissen, wie schnell man es wiederkriegt.
Vera: Auf Kosten Anderer?
Marion: Ich habe niemanden um eine Mark gebracht.
Vera: Aber du lässt dich von denen bezahlen, die das tun. Ludwig hat 327.000 Mark verloren.
Marion: Dafür kann ich doch nichts. Wenn er naiv genug ist, in ein dubioses Unternehmen 327.000 Mark zu zahlen, dann ist es seine eigene Schuld.
Vera: Und wie naiv warst du, als du deinem Freund dein ganzes Geld gegeben hast? Aber warum geht es hier: Um die Naivität des Betrogenen oder um die Skrupellosigkeit des Betrügers?
Marion: Bei mir war das sogar ein ordentliches Gericht.
Vera: Wenn das deine moralische Rechtfertigung ist, dann muss ich dir leider sagen mein Schatz, dass ist eine Weltanschauung nach der Devise „ Catch as catch can“. Oder glaubst du allen Ernstes du hättest das Recht Anderen Unrecht zu tun, weil dir Unrecht geschehen ist? Da hätte manch anderer, jeder Arbeitslose, jeder politische Flüchtling, jeder Umweltgeschädigte mehr Recht dazu als du. Das ist die Denkensweise vieler Aussteiger für die jeder Gemeindbindung aufgehört hat. Ich lebe auf einer Insel und nähre mich vom Meer der Anderen.
Marion: Ich bin kein Aussteiger. Ich lerne nur langsam die Spielregeln.
Vera: Keine Gesellschaft ist vollkommen. Vielleicht ist das euer Fehler – Vollkommenheit zu suchen. Und wenn ihr die Unzulänglichkeit findet, dann kommt der große Frust, und der wird dann zur Religion gemacht. Es lässt sich leben in unserer Gesellschaft, trotz allem und sogar ganz gut.
Marion: Ich finde unsere Gesellschaft beschissen. Total beschissen, wenn du es genau wissen willst.
Vera: So, jetzt sind wir am Punkt. Es ist Mode geworden, alles beschissen zu finden. Unzufrieden zu sein, mit dem Staat, mit der Justiz mit Gott und der Welt. Und sicher hat jeder von uns auch ein Recht dazu, so wie du. Aber wo kommen wir denn da hin, wenn jeder sein Recht in die Hand nimmt und damit umgeht wie es ihm gefällt? Das tun doch gewissen Demonstranten leider auch, wenn sie vermummt durch die Strassen ziehen und auf Polizisten zielen. Das ist doch wohl keine Heldentat, die eigene Unzufriedenheit auf Kosten anderer auszuleben. Unrecht beginnt im Kopf.
Marion: Es tut mir leid, dass ich keine Zeit mehr habe, für deine Ausführungen. Ich muss jetzt gehen.
Vera: Ich nehme an es ist sinnlos dich zu bitten: Komm da raus?!
Marion: Ich verdien mein Geld in einer Bar. Für dich was ganz Verruchtes. Aber meinem Geld sieht man es nicht an, wie ich es verdient habe. 
Vera: Aber deinem Gesicht!
 
Oma zu Vera: Der Mensch an sich ist gut, nur die Nerven sind schlecht.
 
Martin: Und wie überzeugt man jemanden, der nicht überzeugt sein will?
Vera: Durch die Nachdenklichkeit. Das geht nicht von heute auf morgen, aber es hilft. Man kann nur durch Gedanken richtig stellen, was durch Gedanken falsch gelaufen ist. Weißt du, uns können die Kinder rauswerfen, aber nicht die Einsicht. Denn dumm sind sie ja nicht, sie sind nur bockig.
Martin: Wer dich nicht gern hat, ist selbst dran schuld.
 
Veras Brief an Marion:

Liebe Marion!

Es war eine schöne Geburtstagsparty für Daniel. Nur schade, dass Du nicht dabei warst, aber ich glaube Daniel war so sehr mit den Geschenken und seinen Freunden beschäftigt, dass ihm das gar nicht so sehr zu Bewusstsein kam.
Aber Du hast mir gefehlt, sehr. Ich hätte mich gern für meine harten Worte entschuldigt. In der Sache selbst habe ich nichts zurückzunehmen. Da ich nicht weiß, wann du wieder den Weg zu mir findest, möchte ich dir für dein neues Leben zwei Sätze mit sagen, über die du nachdenken solltest:

Mach was du für richtig hälst, aber mach dir nichts vor. Tu was du willst, aber tu dir nicht leid.  

Deine Mutter

Besonderheiten:

  • Tina und Chris haben ihr Konto bei der „Darmstädter Bank“

  • die dubiose Gesellschaft, bei der Ludwig sein Geld anlegt, nennt sich „Kapital + Börse Finanzmarketing“ und hat ihren Sitz im Frankfurt

  • die erste Summe, die Ludwig investiert beträgt 27.000 DM, das zweite Mal investiert er 300.000 DM

  • Ludwigs Berater bei „Kapital + Börse“ heißt „Herr Schäfer“

  • zu Beginn der Folge beschmutzt Martin bei seiner rasanten Abfahrt aus der „Alten Mühle“ Ludwigs Mantel; als Ludwig eine Szene später das Büro der Kapitalanlagegesellschaft betritt, ist der Mantel wieder allerdings wieder sauber und rein

  • das Firmengelände von Familie Reibolds Fabrik ist zum ersten Mal zu sehen; außerdem erfahren wir, dass dort Kartonagen aller Art hergestellt werden

  • Ludwig kauft sich von seinem Erbe für 130.000 DM einen nagelneuen Mercedes (Kennzeichen: DA-DU-453)

  • die ersten 3 Ziffern von Chris Konto-PIN lauten: 1-0-7

  • Chris verdient 2.200 Mark, für Miete, Strom und Versicherungsbeiträgen werden monatlich 1.200 DM benötigt

  • die kleinen Sticheleien zwischen Ludwig und Martin gehören zu den Highlight dieser Folge

  • die Nobelbar in der Marion arbeitet, heißt „Maxim“

  • Chris arbeitet im Kriminalkommissariat 23 Abteilung Betrug (sein Kollege heißt Hacker)

  • Thomi ist in dieser Folge wieder mit seiner Geige zu sehen

  • im Hintergrund von Veras Schlafzimmer ist ein Hochzeitsbild von Tina und Chris zu sehen, scheinbar wurde es ausgetauscht, denn einige Folgen zuvor war es noch ein anderes Foto

  • der Jeep, den Marion für ihre „Dienste“ bei Albert Huttner erhält, hat das Kennzeichen „DA-HH-540“

  • dies ist die erste Folge der 4. Staffel, in welcher während des Abspanns nicht die „Alte Mühle“ zu sehen ist

Fehler:

  • in der Verhandlung wird erwähnt, dass Dr. Peter Wollinski am 04. März Geburtstag hat; in Folge 14 ist der Führerschein des Arztes zu sehen, dort wird sein Geburtsdatum allerdings mit dem 02. Februar (1955) angegeben

  • als Chris Tina bittet, Ludwig wegen eines Telefonates Bescheid zu geben, geht sie runter in Ludwigs Wohnung; Ludwig ist aber schon auf dem Weg zum Auto; Tina eilt in die Küche, öffnet das Küchenfenster und sieht den Wagen abfahren; als man aber Tina vom Hof her aus sieht, steht sie auf einmal in ihrer Wohnung am Fenster

  • auf Chris Bankkarte ist der Namen „Christian Drombusch“ zu lesen; Chris heißt allerdings nicht „Christian“ sondern „Christoph“ Drombusch

  • als Herr Weyandt sich von seinem Chauffeur zu sich nach Hause fahren lässt, fährt der Wagen einmal an seinem Haus vorbei um kurz danach davor anzuhalten; Bei der Durchfahrt ist im Hintergrund Brigittes Sanders Wagen zu erkennen

Gastschauspieler:

  • in der Rolle des Albert Huttner ist Wolfgang Weiser zu sehen; der Schauspieler wurde am 29.11.1928 in Baden (Österreich) geboren, er spielte in Duzenden Theater-, Kino-, Film- und Fernsehproduktionen, u. a. in: „Der Fahnder“, „Tatort“ und „Schloss Hohenstein“

  • in einer Gastrolle als Richter in Marions & Peters Prozess ist der Schauspieler Edgar Bessen zu sehen; er wurde am 11.11.1933 in Hamburg geboren und spielte in über 100 Kino-, Film- und Fernsehproduktionen; einem breiteren Publikum ist er als Kommissar Glockner in der TV- und Hörspielreihe „Ein Fall für TKKG“ bekannt

  • als Kriminalhauptkommissar Kleinschmidt ist der Schauspieler Niklas Lanski zu sehen; er wurde am 12.08.1939 in Gera geboren und spielte in über 60 Theater-, Film- und Fernsehproduktionen, u. a. in: SOKO 5113, Donna Leon, Der Alte und Tatort

  • Peter Wollinskis Anwalt, Herr Kehlhausen wird von dem 1927 geborenen Schauspieler und Synchronsprecher Utz Richter gespielt; er ist unter anderem als Sprecher des Troubadix in den „Asterix“ Hörspielen bekannt, außerdem war er u. a. in: „Polizeiruf 110“ und „Großstadtrevier“ zu sehen

  • als Kundin und Kunde bei Vera sind erneut Heike und Reiner Mülhausen zu sehen; Reiner Mülhausen war zu der Zeit der Dreharbeiten Direktor im Maritim Hotel Darmstadt (in welchem das Produktionsteam und die Schauspieler wohnten); das Ehepaar hat Gastauftritte mit kleineren Rollen in den Staffeln 2 - 4

  • die Steuerfahnder Stäckler und Zörrgiebl verabschieden sich mit dieser Folge aus der Serie, sie waren somit jeweils in 2 Episoden zu sehen (Folgen: 24 + 25)

  • Joost Siedhoff alias Dr. Plaudt hat in dieser Folge seinen letzten Auftritt, er war in insgesamt 5 Episoden (Folgen: 13 – 15, 24, 25) zu sehen

Drehorte:

  • Alte Mühle (Zufahrt, Parkplatz, Innenhof, Antiquitätenlokal, Büro, Gang, Garage)

  • Wohnung Vera (Eingangsbereich, Wohnzimmer, Küche, Bad, Schlafzimmer, Thomis Zimmer, Gästezimmer)

  • Wohnung Ludwig

  • Wohnung Chris

  • Treppenhaus Ludwig/ Chris

  • Wohnung Oma (Diele, Küche, Marions Zimmer, Daniels Zimmer, Straße vor dem Haus)

  • MAXIM (Gastraum, Hinterzimmer, Büro Huttner, Gang & Straße vor der Bar)

  • Villa Sanders (Wohnzimmer)

  • Anlagebüro Kapital und Börse

  • Villa Huttner

  • Villa Weykandt (Wohnzimmer, Diele, Straße vor dem Haus)

  • Mathildenhöhe Darmstadt

  • Schweizer Landschaft (vom Flughafen zum Haus am Zürichsee)

  • Haus am Zürichsee (Innen & Außen)

  • Landgericht Darmstadt (Treppenhaus, Gang, Gerichtssaal, Beratungszimmer)

  • Straße in Darmstadt (Heimstättensiedlung)

  • Bäckerei und Backstube (Heimstättensiedlung)

  • Schalterhalle einer Bank (Luisenplatz)

  • Firmengelände Reibold Werke

  • Landstraße

  • Haltestelle Straßenbahn

  • Luisenplatz

  • Büro im Polizeipräsidium