Folge 24 „Das Vermächtnis“

Inhalt:

Nachdem sich Ludwig eine sehr teuere HiFi-Anlage gekauft hat, wundert sich Herma Hohenscheid, woher Ludwig über die finanziellen Mittel verfügt und möchte die Bücher des Lokals überprüfen. Ludwig zieht sich daraufhin verstört ins Büro zurück und arbeitet fieberhaft an den Büchern. Der Verdacht, dass Ludwig in die eigene Tasche wirtschaftet, entkräftet sich erst, nachdem Ludwig gesteht, dass er die Bücher manipuliert hat, um Herma von einem Gang ins Pflegeheim abzuhalten. Herma, deren Gesundheitszustand sich täglich verschlechtert, ist zutiefst gerührt von Ludwigs Tat. Peter Wollinski bittet Marion um ein Gespräch wegen der 150.000 Mark, welche Marion Peter zum Aufbau der Unfallpraxis gegeben hat. Nachdem Peter nicht bereit ist, die volle Summe sofort zurückzubezahlen, nimmt sich Marion einen Anwalt und erstattet Anzeige. Brigitte Sanders hat das Kind ihres Liebhabers in einem, für sie lebensbedrohenden Eingriff, abgetrieben. Während des anberaumten Scheidungstermins, bittet Brigitte tränenreich um den Fortbestand der Ehe. Daraufhin wird zu Martins großem Ärger ein neuer Verhandlungstermin und damit auch ein neuer Scheidungstermin vereinbart. Mit Vera hingegen läuft es für Martin deutlich besser, die beiden sprechen sich aus und wagen einen Neustart ihrer Beziehung. Währenddessen bekommt Herma Besuch von der Steuerfahndung. Die Beamten müssen allerdings tatenlos abziehen, da Herma eine Steuerhinterziehung nicht bewiesen werden kann. Die alte Dame begibt sich auf den Rummelplatz, auf welchem sie die meiste und schönste Zeit ihres Lebens verbracht hat. Vor ihrem ehemaligen Karussell bricht sie zusammen und verstirbt kurze Zeit später. Bei der Testamentseröffnung, erhält Ludwig eine überraschende Nachricht….

Darsteller:

  • Vera Drombusch (Witta Pohl)

  • Marion Drombusch (Sabine Kaack)

  • Christoph „Chris“ Drombusch (Mick Werup)

  • Thomas „Thomi“ Drombusch (Eike Hagen Schweikhardt)

  • Margarete Drombusch (Grete Wurm)

  • Bettina „Tina“ Drombusch (Marion Kracht)

  • Daniel Drombusch (Jan Harndorf)

  • Ludwig Burlitz (Günter Strack)

  • Dr. Martin Sanders (Michael Degen)

  • Brigitte Sanders (Constanze Engelbrecht)

  • Astrid „Assi“ Sanders (Svenja Pages)

  • Dr. Peter Wollinski (Thomas Schücke)

  • Herma Hohenscheid (Heidemarie Hatheyer)

  • Yvonne „Yvonnche“ Boxheimer (Anja Jaenicke)

  • Karlheinz Boxheimer (Thomas Ahrens)

  • Achim Herling (Stephan Schwartz)

  • Dr. Plaudt (Joost Siedhoff)

  • Steuerfahnder Stäckler (Heinz Schimmelpfennig)

  • Steuerfahnder Bernd Zörrgiebl (André Dietrich)

  • Scheidungsrichter (Klaus Guth)

  • Rechtsanwalt Dr. Leiprecht (Michael Kausch)

  • Rechtsanwalt Scheuffler (Gerd Andresen)

  • Krankenschwester (Irmgard Stromberger)

  • Nachlassverwalter (Wolfgang Rau)

  • Zitherspieler (Alfred Kramer)

  • Justizangestellte (Petra Muchalla)

Erstsendung Sonntag 07.01.1990 20:17 Uhr Dauer 01:28 Uhr 18,01 Mio/62,1%MA

Zitate:

Frau Hohenscheid:
Ach, bei euch ist der Wohlstand ausgebrochen.
Ludwig: Ich hab’ mir mal was geleist’. Ich wollte es dir zeige, wenn ich alles zusammengebaut hab’. Ach, das hat doch heute jeder.
Frau Hohenscheid: Solche Lautsprecher, damit kannst du ganze Festzelte bedienen.  
Ludwig: Na ja, wenn schon, denn schon.
 
Ludwig: Und lass die Sarchnächel weg und rauch nicht schon vorm Frühstück.
Frau Hohenscheid: Aber da schmecken sie doch am besten.
 
Frau Hohenscheid zu Ludwig: Na ja, wenn ich das alles hier so sehe, dann habe ich nicht das Gefühl, dass der Laden ein Zuschussbetrieb ist in der kurzen Zeit. … Wenn soviel aus einem Ofen rauskommt, muss man soviel in den Ofen reinstecken, sonst kann ich gleich einen Ochsen melken, statt dass ich den Laden pacht.
 
Marion: Was hat er neuerdings gehe tiefe Ausschnitte.
Tina: Nichts, nur bei mir.
Marion: So wie sie verheiratet sind. Wo die Bremsen sind, weißt du ja.
Tina: Du fliegst gleich runter.
Marion: Bitte nicht.
 
Oma: Vergesslichkeit ist eine Folge mangelnder Konzentration. Und Konzentration hat was mit Willensstärke zu tun und nichts mit Merkfähigkeit. Was ich behalten will, behalt’ ich.
 
Oma: Ludwig, ich muss dich bitten, diesen Ton wie vorhin am Telefon nicht wieder anzuschlagen, ich bin nicht deine Angestellte.
Ludwig: Du hättest mir dein verspätetes Kommen früher anzeigen sollen. Das ist in der Gastronomie so üblich.
Später:
Oma: So, jetzt ist Schluss.
Ludwig: Solange Gäste da sind, gibt’s auch bei uns was zu esse.
Oma: Aber nicht von mir. Oder um es deutlicher zu sagen, such dir eine andere Kaltmamsell. Ich höre hier auf. Oder aber, ich bekomme in Zukunft einen Stundenlohn von 30 Mark. Das ist in der Gastronomie so üblich. Gute Nacht.
Ludwig: Was soll denn des? Typisch. Wenn schon die Ältere die Hand ufhalte, wie solles dann die Jüngere anders mache?
Tommy: Und ich kriege 10.
Ludwig: Fünf sind genug!
Yvonnche: (zeigt mit den Fingern 6)
Ludwig: Schaff was.

Frau Hohenscheid zu Ludwig: Besser einen kleinen Hund als selbst gebellt.
  
Ludwig: Wen Gott strafen will, dem gibt er Geld…. Wer nix hat kann nix verliere.

Ludwig (zu Yvonnche): Wurst, Schinke, is ja kaum noch was da. Auf, geh mol runter ins Lokal und hol was. Ich bin doch kei Hungerkünstler.

Mann von der Steuerfahndung: Aber sie können uns doch nicht erzählen, dass das Geld einfach verschwunden ist.
Frau Hohenscheid: Ja, warum denn nicht? Ich habe mal einen Illusionisten gekannt, bei dem sind ganze Elefanten verschwunden.
 
Frau Hohenscheid: Wie komme ich dazu dem Staat etwas zu vererben? Ist der Staat mit mir verwandt? Für alles was ich getan habe, habe ich dem Staat Steuern bezahlt. Einkommenssteuer, Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Vergnügungssteuer, Steuer fürs Guten Tag sagen, … Kirchensteuer! Hätt’ mir ja en eigenen Pfarrer halten können.
 
Vera zu Martin: Oma hat uns auf den falschen Friedhof geführt.
Oma zu Martin: Ja, aber nur weil Ludwig mir den falschen Friedhof benannt hat.
Tina zu Martin: Deshalb ist er ja jetzt auch auf’m richtigen. Is’ schlimm mit ihr.

Ludwig zu Vera:
Wer arm ist, kann sich das Sterbe heutzutage eigentlich nicht mehr leiste. Allein der Erdaushub für das Grab. So eh’ teuer’ Loch habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht bezahlt.

Vera zu Ludwig:
Du verbesserst eine Situation nicht dadurch, dass du sie verschlimmerst.
 
Ludwig: Vera, Geld hat mich noch immer arm gemacht. Wen Gott straft, den macht er reicht.
Vera: Also du bist wirklich ein komischer Kauz. Wenn du arm bist, haderst du und wenn du reich bist auch. Wann haderst du eigentlich nicht?

Ludwig (zu Vera über sein geerbtes Geld): Hab mich lieb, und es gehört alles dir! 

Ludwig: ... Da muss doch ’en Sinn drin stecke’?
Vera: Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst.
Ludwig: Oh nein, das ist mir zu einfach!
Vera: Dann musst du eben grübeln. Aber grüble nicht so wie der alte Mann mit dem langen weißen Bart. Als der sich eines Abends ins Bett legte, dachte er über die Frage nach, ob er nun besser schlafen würde mit verschränkten Armen überm Bart oder unterm dem Bart. Und seitdem schlief er nicht mehr.

Herma Hohenscheids Testament:

Mein letzter Wille

Ich Herma, Luise, Wilhelmine Hohenscheid geb. Winkelhofer, geboren am 02. Dezember 1917, setze hiermit Herrn Ludwig, Albert Burtlitz, geboren am 23. Juni 1929 in Darmstadt, zu meinem Alleinerben ein.
Er soll Fräulein Yvonne Boxheimer geboren am 22. September 1962 in Erbach im Odenwald, als Vermächtnis 10 Prozent meines Vermögens auszahlen.

Herma Hohenscheids 1. Brief an Ludwig:

Lieber Ludwig,

den Dank für die Treue, mit der Du zu mir gehalten hast, verbinde ich mit einer Bitte:

Ich weiß, das Pferdchen im Abstellraum bedeutet Dir nicht viel. Aber halte es trotzdem in Ehren, es ist wertvoller, als Du denkst.

Herma

Herma Hohenscheids 2. Brief an Ludwig:

Ludwig!

Das Geld im Karton ist schwarzes Geld, der Erlös von 4 Karussells, die ich vor Jahren verkauft habe. Die Steuerfahndung sucht dieses Geld. Sei vorsichtig mit dem Ausgeben, denn Dich als den Erben wird man besonders beobachten. Verbrenne diesen Brief ebenso wie den von Dr. Plaudt, dann kann nichts Geschriebenes in unbefugte Hände kommen. Meine besten Wünsche sind mit dir!

Herma

Besonderheiten:

  • die HiFi-Anlage, die sich Ludwig zu Beginn der Folge leistet, kostete 13.000 DM

  • Yvonne ist seit ihrer Geburt stumm

  • Karlheinz Boxheimer hat Alkoholprobleme und ist spielsüchtig

  • das Zitat „Ganz schön“ kommt in dieser Episode mal wieder zum Einsatz (Vera)

  • Herma Hohenscheids Testament ist beim Amtsgericht hinterlegt

  • diese Folge ermöglicht ein Widersehen mit zwei bekannten Gesichtern: Stephan Schwartz als Rechtsanwalt Achim und Joost Siedhoff als Dr. Plaudt

  • Dr. Plaudts Auto hat das Kennzeichen: DA-DP-140

  • das Motorrad, welches Oma gewonnen hat, hat das Kennzeichen: DA-D-447

  • Chris verkauft das Motorrad und kauft stattdessen einen Peugeot 205 (Kennzeichen: DA-AJ-414)

  • Herma Hohenscheid und ihr verstorbener Ehemann waren Besitzer von insgesamt 4 Karussells

  • die „Darmstädter Herbstmess“ ist in dieser Folge Ort des Geschehens; neben dem Heinrichfest ein weiteres Großereignis in Darmstadt

  • Peter und sein Freund Achim kennen sich bereits seit ihrer Schulzeit

  • der Käufer von Herma Hohenscheids Karussell heißt „Herr Rosenzwerg“

  • Martins Rechtsanwalt heißt „Herr Schäufeler“

  • der neue Termin für Brigitte und Martins Scheidung wird auf den 07. November, 10.00 Uhr festgelegt

  • Ludwig verkauft seine HiFi-Anlage um die Beerdigungskosten von Frau Hohenscheid bezahlten zu können (bevor er von seinem Erbe erfährt)

  • die Anschrift der „Alten Mühle“ ist in dieser Folge zu sehen, sie lautet: Budenmühle, 6111 Lengfeld/ Otzberg (dies ist auch die tatsächliche Adresse des Drehortes)

  • Ludwig heißt mit 2. Namen Albert und ist am 23.06.1929 in Darmstadt geboren

  • Yvonne Boxheimer ist am 22.11.1962 in Erbach geboren

  • in dem Pferdchen von Frau Hohenscheid sind 800.000 Mark versteckt

Fehler:

  • als Chris mit seinem Roller in den Innenhof der „Alten Mühle“ fährt, ist er vom Regen total durchnässt – seine Hose ist an einigen Stellen nass; als er kurze Zeit später Veras Wohnung betritt, ist seine Hose allerdings komplett trocken

  • als Vera bei Chris anruft um ihn zu bitten, sich bei seinen Kollegen nach Frau Hohenscheid zu erkundigen, fehlt das Klingeln von Chris Telefon; anscheinend wurde bei der Nachbearbeitung versäumt, den entsprechenden Sound einzufügen

  • auf der Beerdigung von Herma Hohenscheid sind Ludwig und Yvonne die einzigen Trauergäste; es ist ziemlich unglaubwürdig, dass auf der Besetzung einer Person, welche Jahrzehntelang als Schaustellerin ihren Lebensunterhalt verdiente, keine weiteren Freunde und Bekannte erscheinen

  • in der Szene in der Yvonne Ludwig darauf aufmerksam macht, dass Herma sich in der Garage aufhält, hört man die eigentlich stumme Yvonne ein Husten imitieren

  • auch in dieser Folge kommt Veras „Wunderofen“ wieder zum Einsatz, die Toasts die sie dort hinein schiebt sind innerhalb kürzester Zeit servierbereit 

  • in dem Brief, in dem Ludwig zur Testamentseröffnung aufs Amtsgericht geladen wird, sind einige Fehler enthalten: als Termin für die Testamentseröffnung wird Dienstag, der 18.06.1988 genannt; dieser Termin kann nicht stimmen, die vorherige Folge (siehe Folge 23 Späte Einsicht) spielt in der Zeit zwischen dem 15.07. – 21.07.1988; zu diesem Zeitpunkt war Frau Hohenscheid noch am Leben; außerdem ist Tag falsch geschrieben; in dem Schreiben steht „Dinstag“ statt Dienstag

Gastschauspieler:

  • in einer Gastrolle als Steuerfahnder Stäckler, ist der Schauspieler Heinz Schimmelpfennig zu sehen; er wurde am 06.04.1916 in Berlin geboren und spielte in über 50 Kino-, Film- und Fernsehproduktionen; besonderen Bekanntheitsgrad erreichte er Mitte der 70er Jahre als Kriminalkommissar Franz Gerber im ARD „Tatort“; der Schauspieler verstarb am 31.12.2010 im Alter von 94 Jahren

  • die Rolle des Steuerfahnders Bernd Zörrgiebl wird von André Dietrich gespielt, der Schauspieler spielte in der RTL Serie „Stadtklinik“ Dr. Daniel Grodeck und trat u. a. in „Ein Fall für zwei“ und „Der Fahnder“ auf

  • ebenfalls neu dabei ist der Schauspieler und Synchronsprecher Gerd Andresen als Martins Anwalt Scheuffler; Gerd Andresen ist vor allem als SWR Moderator und Sprecher diverser Hörspiele bekannt

  • als Brigitte Sanders Rechtsanwalt Dr. Leiprecht ist Michael Kausch zu sehen, der Schauspieler wurde 11.03.1949 in Mettmann geboren und spielte bisher in Duzenden Theater-, Film- und Fernsehproduktionen; besonderes bekannt ist er als Dr. Engel aus der ZDF Serie „Die Schwarzwaldklinik“ und an der Seite von Manfred Krug als Rechtsanwalt Arnold in der ARD Serie „Liebling Kreuzberg“

  • in einer Gastrolle als Nachlassrichter ist der Schauspieler und Sprecher Harald Pages zu sehen; er ist der Vater von Svenja Pages alias Assi Sanders; seine Stimme ist u. a. aus den Hörspielen: „Ein Fall für TKKG“, „Der kleine Vampir“, „Fünf Freunde“ und „Die drei ???“ bekannt

  • in einer Gastrolle als Krankenschwester ist Irmgard Stromberger zu sehen; sie ist die Ehefrau des „Drombuschs“ Autoren Robert Stromberger

  • mit einer grandiosen schauspielerischen Leistung verabschiedet sich Heidemarie Hatheyer alias Herma Hohenscheid aus der Serie; sie war insgesamt in 3 Folgen (Folgen 22 – 24) zu sehen

  • Stephan Schwartz alias Achim Herling hat in dieser Folge ebenfalls seinen letzten Auftritt, er was somit in insgesamt 4 Episoden zu sehen (Folgen: 18 – 20, 24)

  • Hans Egenlauf hat als Pfarrer seinen 2 Auftritt in der Serie; wer war in den Folgen 17 & 24 zu sehen

Drehorte:

  • Alte Mühle (Zufahrt, Parkplatz, Innenhof, Antiquitätenlokal, Büro, Gang, Garage)

  • Wohnung Vera (Eingangsbereich, Wohnzimmer, Küche)

  • Wohnung Ludwig

  • Wohnung Chris

  • Treppenhaus Ludwig/ Chris

  • Apartment Dr. Sanders (Wohn- und Arbeitszimmer, Küche, Diele, Straße vor dem Haus)

  • Alice Hospital (Gang und Einbettzimmer)

  • Anwaltsbüro Achim Herling

  • Darmstädter Herbstmesse

  • Waldfriedhof

  • Landgericht (Treppenhaus und Gerichtssaal)

  • Amtsgericht (Treppenhaus und Gerichtsaal)